Inhaltsverzeichnis
- Unsere Vision
- Unsere Priorität – Familien im Focus
- Grundsätze unserer Arbeit
- Elternarbeit
- Partizipation
- Rechte von Kindern und Jugendlichen
- Grundannahmen der Pädagogik und Sozialarbeit
- Menschenbild
- Beziehungsfähigkeit
- Individualität
- Ressourcenorientierung
- Empowerment
- Systemischer Ansatz von Erziehungsprozessen
- Systemisches Problemverständnis
- Erweiterung der Möglichkeiten
- Normalität
- Unsere Qualität
- Strukturqualität
- Prozessqualität
- Ergebnisqualität
Vision/Regionaler Bezug
Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man sich sehnt, dann gibt es auch kein Motiv, sich anzustrengen.“
(Erich Fromm)
Unser Anliegen ist, mit unseren Angeboten dazu beizutragen, die Lebensbedingungen der Menschen in der Region zu verbessern.
Wir fühlen uns mit der Stadt Werne und der näheren und weiteren Region verbunden und übernehmen daher Verantwortung für gesellschaftliche Entwicklungen. Wir entwickeln Angebote nach den Bedürfnissen der Menschen, die hier leben.
(Jugendhilfe Werne, Leitbild, 4. und 5. Leitsatz)
Unsere Vision ist die Entwicklung jeweils passgenauer Angebote für und mit Menschen in unserer Region mit dem Ziel der Mitgestaltung einer Lebenswelt, in der unterstützende Angebote weiter reichende Interventionen überflüssig gemacht haben. Auch wenn diese Vision unter Umständen nie durchgängig zu realisieren sein wird, bleibt sie doch Motor all unserer Überlegungen und Anstrengungen. Bei der Entwicklung unserer Angebote treten wir als anspruchsvoller Partner auf, der soziale Bedingtheiten aktiv beeinflussen möchte. Im Focus steht dabei unser näherer und weiterer Sozialraum, in dem wir das Primat der Förderung vor der Intervention umgesetzt sehen möchten. Dabei richten wir unsere Angebote jeweils so aus, dass sie die Lebensbedingungen der Menschen verbessern. Gemäß dem oben formulierten Anspruch ist unser Ziel Angebote mit möglichst hoher Reichweite zu konzipieren. Im Mittelpunkt steht der Dialog mit Menschen mit ihren Wünschen, Bedingtheiten, Unterstützungsbedarfen und Entwicklungswünschen und -potentialen. Unsere Arbeit und unser Anliegen machen wir gegenüber allen Beteiligten transparent.
Das Potential und wertvollste Ressource für diese Aufgabe sind die Menschen, die mit uns an diesem Ziel arbeiten. Auch ihnen gilt unsere Aufmerksamkeit und Förderung.
Für die Arbeit an unserer Vision werben wir aktiv und bringen uns aktiv in Kontakt mit allen im sozialen Bereich tätigen Institutionen und Menschen, da die Verwirklichung von Visionen nur in Verantwortungsgemeinschaften gelingen kann.
Unsere Priorität
„Wir arbeiten mit und für Kinder, Jugendliche, (junge) Erwachsene und deren Familien. Wir respektieren das Recht jedes Menschen auf Individualität und akzeptieren Menschen so, wie sie sind. Unser wesentliches Anliegen ist die Stärkung der Ressourcen und die Aktivierung des Selbsthilfepotentials der jungen Menschen und ihrer Familien“.
(Leitbild Jugendhilfe Werne, erster Leitsatz)
Familien im Focus
Mit dem oben angeführten ersten Leitsatz unseres Leitbildes ist bereits die Grundlage unserer Arbeit beschrieben. Im Focus unserer Arbeit steht die Orientierung an der Familie, da wir der Ansicht sind, dass Kinder und Jugendliche am besten in ihren Herkunftssystemen aufwachsen sollten. Dabei respektieren wir die Form des Zusammenlebens, die jede Familie individuell für sich wählt. Wenn Familien Unterstützung bei der Erziehung ihrer Kinder wünschen, ist unser primärer Ansatz, das Familiensystem dabei zu unterstützen, sich zu stabilisieren. Hierfür halten wir speziell ausgebildete systemische Familienberater/innen und Familientherapeut/innen sowie einen spezialisierten ambulanten Dienst vor. Wo ambulante Maßnahmen nicht ausreichen, bieten wir teilstationäre Angebote an, die einen Zusammenhalt des Familiensystems ermöglichen und zu denen weitere familientherapeutische Angebote hinzugezogen werden können. Sollte eine Trennung von Kindern oder Jugendlichen von ihren Familien angezeigt sein, bieten wir die Möglichkeit einer Krisenintervention. In dieser zeitlich begrenzten Trennung wird versucht, an Rückkehroptionen zu arbeiten. Eine weitere Möglichkeit ist die Klärung der Lebenssituation und Perspektive des Kindes/Jugendlichen im Rahmen von Aufnahme- oder Diagnostikgruppen oder Clearingstelle. Hierbei kommen diagnostische Verfahren wie die kindzentrierte Diagnostik zum Einsatz. Auch hier ist die Prüfung der Frage im Vordergrund, in wie weit es eine Perspektive auf Rückkehr in das Herkunftssystem gibt, auch wenn es erst einmal die Trennung von Eltern und Kindern bedeutet. Sollte es diese nicht geben, prüfen wir die Unterbringung in einer Pflegefamilie und greifen erst beim Ausscheiden dieser Option auf stationäre Gruppenkontexte zurück. Auch hier ist die Prüfung, in wie weit eine Rückführung möglich ist, Teil des konzeptionellen Ansatzes (s. Elternarbeit und Partizipation). Nach Möglichkeit sind diese Hilfen untereinander durchlässig, wobei wir darauf achten, möglichst eine personelle Kontinuität zu erhalten oder aber möglichst sanfte Übergänge zu schaffen.
Der Individualität und Einzigartigkeit der Kinder, Jugendlichen und ihrer Familien beachten wir durch die Entwicklung eines ausdifferenzierten Systems unterschiedlicher Settings und Hilfeansätze.
Grundsätze unserer Arbeit
Elternarbeit
„Jeder Mensch ist Kind seiner Eltern. Und wird es bleiben.“
Mit dieser Haltung wird Elternarbeit obligatorisch. Da jeder aktive Kontakt mit Eltern den Prozess der Betreuung/Beratung beeinflusst, ist auch jede Form des Elternkontaktes Elternarbeit. Mittel, Intensität, Setting und Methode können dabei sehr unterschiedlich sein.
Wir sind uns der Bedeutung der Eltern für das Kind und den Prozess bewusst und haben den Anspruch, jedes Elternteil für eine Zusammenarbeit im Interesse des Kindes zu gewinnen. Hierfür gehen wir - auch wiederholt – aktiv und wertschätzend auf die Eltern zu und bieten ihnen Information und Mitwirkung an.
Bei sprachlichen/kulturellen Hindernissen werden wir nach Möglichkeit Unterstützung organisieren, um diese Barrieren abzubauen.
Wir beachten,
- dass im Grundsatz alle Eltern das Beste für ihr Kind wollen (auch, wenn ihre Kinder bei uns sind, weil sie nicht das Beste von ihren Eltern bekommen haben)
- dass Eltern wichtig für ihre Kinder sind (oft unabhängig davon, in welcher Weise sie mit ihnen zusammen gelebt haben)
- dass Eltern einmalig
- sind dass Professionelle PädagogInnen Profis bleiben (und nicht Eltern ersetzen)
- die emotionale Situation der Eltern: die Reaktion von Eltern, die von ihren Kindern getrennt werden bzw., die Jugendhilfemaßnahmen gegen ihren Willen zustimmen ist (oft) geprägt von Wut, Aggression, Trauer, Angst, Versagensgefühlen, Machtlosigkeit, Konkurrenz, Eifersucht. Diese Gefühle sind legitim.
- Transparenz: wir streben einen Austausch mit Eltern über die Bedingungen von Jungendhilfe an und benennen die Rahmenbedingungen unserer Arbeit, intern (z.B. Dienstpläne, Gruppenkonzept etc.) wie auch extern (z.B. das Dreiecksverhältnis von Klienten, Jugendämtern und uns, Hilfeplanverfahren (immer wieder aufs Neue), was passiert mit dem Kind bei uns)
- Relevanz der Elternrolle für das Kind. Der Verlust von Eltern bzw. deren Abwesenheit in großen Zeiträumen ist immer ein Verlust. Daher muss Trauerarbeit geleistet werden, auch wenn Kinder/Jugendliche das Thema von sich aus nicht ansprechen. Es ist also unsere Aufgabe, das Thema besprechbar zu machen, auch bei kurzfristigen Unterbringungen wie in den Diagnostikgruppen (dort ist es dann dafür umso präsenter, weil die Trennung erst kurze Zeit zurück liegt).
Partizipation
Das erste und unbestreitbare Recht des Kindes ist, seine Gedanken auszusprechen und aktiven Anteil an unseren Überlegungen und Urteilen über seine Person zu nehmen. Wenn wir ihm Achtung und Vertrauen entgegenbringen, wenn es selbst Vertrauen hat und sich ausspricht, wozu es das Recht hat – wird es weniger Zweifel und Fehler geben.“
(Janusz Korczak)
Der zentrale Ort für Mitwirkung ist die Planung der Hilfe im Hilfeplanverfahren nach § 36 SGB VIII. Die Hilfeplanung ist Gegenstand regelmäßiger Evaluation im Rahmen unseres Qualitätsmanagements. Wir orientieren uns an diesem ausformulierten Kernprozess und stellen sicher, dass
- beim ersten Hilfeplangespräch der Auftrag an uns festgelegt wird. Beteiligte, Arbeitsweisen, Prozessdauer, Erreichbarkeiten, Rahmenbedingungen und andere wichtige Dinge werden hier vereinbart
- bei Folgeterminen für jede/n Teilnehmer/in ein Exemplar der Gesprächsvorlage erstellt wird. Diese besprechen wir mit den Kinder/Jugendlichen bzw. anderen im Auftragsklärungsgespräch benannten Personen. Jugendämtern und Eltern sollte die Gesprächsvorlage mindestens eine Woche vor dem Termin. Kinder/Jugendliche werden dazu aufgefordert, ggf. eine eigene Liste mit Gesprächspunkten zusammen zu stellen.
- Nach Möglichkeit nehmen Kinder/Jugendliche zumindest partiell am Gespräch teil. Wir fragen uns nicht, ob ein Kind teilnehmen kann sondern ob es Gründe gibt, warum es nicht daran teilnehmen könnte (insbesondere Kinder unter 3 Jahren oder stark belastete Kinder)
- für Teilnehmer, die bekannter Maßen des Deutschen nicht so mächtig sind, dass sie den oft entscheidenden Gesprächsverläufen folgen können, organisieren wir im Vorfeld eine/n Dolmetscher/in
- wir engagieren uns aktiv dafür, dass Hilfeplangespräche durchgeführt werden, wenn sich die verabredete Hilfe entscheidend verändert. Bei mittel- und langfristigen Unterbringungen streben wir einen maximalen zeitlichen Abstand von sechs Monaten an.
Weitere Formen der Partizipation sind unter anderem regelmäßige, zum Teil tägliche Gruppenrunden, die Jugendlichenkonferenz oder der Einsatz eines standardisiertes Verfahren zur Bewertung von Angeboten unter Einbeziehung der dort betreuten Kinder und Jugendlichen. In den Wohnformen haben die Kinder und Jugendlichen Einfluss auf die Gestaltung ihres Lebensumfeldes.
Rechte von Kindern und Jugendlichen
Wir beachten die in der UN-Kinderrechtsresolution festgelegten Rechte. Diese beinhalten im Wesentlichen die Rechte auf Schutz und Versorgung, Partizipation und Bildung. Für die von uns betreuten Kinder und Jugendlichen haben wir altersentsprechende Materialien zur Information über die eigenen Rechte entwickelt.
Grundannahmen der Pädagogik und Sozialarbeit
Menschenbild
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“
(Artikel 1 Absatz 1 Grundgesetz)
„Unser Handeln orientiert sich am christlich-humanistischen Menschenbild der Caritas. Zentrale Aspekte sind für uns dabei Wertschätzung und Toleranz gegenüber dem Menschen, seiner Wirklichkeitsdeutung, seinen Bewältigungs-und Lösungswegen. Wir respektieren die Würde aller Klienten, Auftraggeber und Kooperationspartner sowie die unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und schätzen ihre Fähigkeiten wert.“
(Leitbild Jugendhilfe Werne, dritter Leitsatz)
Die folgenden Grundannahmen der Pädagogik und Sozialarbeit verstehen wir als richtungsweisend für das erzieherische und sozialarbeitende Handeln in unseren Angeboten. Jedes Kind, jeder Jugendliche, jeder Erwachsene verdient unseren Respekt in seinem Sosein vor dem Hintergrund seiner Geschichte. Wir akzeptieren nicht jede Verhaltensweise, doch wir bemühen uns um die Wertschätzung jeder Person.
Beziehungsfähigkeit
„Der Mensch wird am Du zum Ich.“
(Martin Buber)
Erziehung ist immer Beziehung; Sozialarbeit ist immer Beziehungsarbeit. Die grundlegende Voraussetzung für unsere Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen stellt das Beziehungsangebot des Pädagogen dar, das Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, Empathie und Authentizität vermittelt. So kann sich eine tragfähige Arbeitsbeziehung entwickeln als Basis für das Gelingen einer Maßnahme. Die erzieherische Interaktion ist Teil eines Beziehungsraumes, der von den Beteiligten gemeinsam gestaltet wird.
Individualität
„Erst verstehen, dann erziehen.“
(Paul Moor)
Die einzigartige Individualität der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die uns in der Arbeit begegnen, fordert uns zum genauen Hinschauen und Beobachten wie auch sorgfältigem Sammeln von Informationen auf. Unter Berücksichtigung von Anamnese, Zuweisungskontext, Herkunftssystem, Erkenntnissen anderer Helfersysteme und unterschiedlicher diagnostischer Verfahren nähern wir uns der dem Einzelnen oder dem System verstehend an.
Ressourcenorientierung
„Nicht gegen den Fehler, sondern für das, was sein kann.“
(Paul Moor)
Jeder Mensch verfügt über Fähigkeiten, Stärken, Ressourcen. Wenn Symptome oder problematisches Verhalten in den Vordergrund rücken, sind wir gefordert, die immer auch vorhandenen Ressourcen (neu) zu entdecken und zu fördern, so dass diese einen bedeutsamen Unterschied zum problematischen Symptom-verhalten darstellen können. Auf Stärken bauen stellt Lebensfreude, Selbstbewusstsein und Motivation sicher.
Empowerment
Soziale Arbeit verstehen wir als Empowerment. Empowerment (Selbstbefähigung und Selbstbemächtigung, Stärkung von Eigenmacht, Autonomie und Selbstverfügung) beinhaltet die Gestaltung Mut machender Prozesse, die Menschen in schwierigen Situationen der Benachteiligung oder der gesellschaftlichen Ausgrenzung befähigen, ihre Angelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen, in dem sie sich ihrer Fähigkeiten bewusst werden, eigene Kräfte entwickeln und ihre Ressourcen zu einer selbstbestimmten Lebensführung nutzen lernen. Empowerment zielt auf die (Wieder-) Herstellung von Selbstbestimmung über die Umstände des eigenen Alltags.
Systemischer Ansatz von Veränderungs- und Erziehungsprozessen
„Wichtigstes Element von Erziehung ist die Bereitschaft des Kindes, sich erziehen zu lassen.“
(W. Rotthaus)
Veränderung kann stattfinden, wenn ein Mensch oder ein System ausreichend zur Veränderung angeregt wird. Durch zielorientierte Interventionen und Impulse wirken wir als professionelle Helfer an der Anregung von Veränderungsprozessen mit. Letztlich entscheidet die betreffende Person oder das System, ob diese Intervention ausreichend anregend für eine Veränderung ist und in welcher Form sich die Veränderung gestaltet.
Für die Erziehung bedeutet dies, dass der Erziehungsprozess nicht nur durch die ErzieherIn über die Wahl der Erziehungsziele und –methoden beeinflusst wird, sondern auch durch das Kind über seine Struktur und sein inneres Prozessieren, die bestimmen, ob die erzieherische Maßnahme wirksam wird.
Systemisches Problemverständnis
Jedes Verhalten – also auch symptomatisches/problematisches Verhalten – ist ursprünglich sinnvoll und nützlich. Die Sinnhaftigkeit eines Verhaltens erschließt sich im Kontext, in dem es sich entwickelt und funktional, notwendig und systemerhaltend ist.
Erweiterung der Möglichkeiten
„Handle stets so, dass du den Rahmen deiner Möglichkeiten erweiterst“
(Heinz von Foerster)
Selbstgestaltetes Handeln beinhaltet die Möglichkeit, auch anderes tun zu können um z.B. denselben Effekt zu erzielen.
Unsere PädagogInnen/SozialarbeiterInnen sind verantwortlich für Impulse, die den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen den Blick auf mehr Möglichkeiten eröffnen können. Wirksame Anregungen verändern die Wirklichkeitsdeutung der betreffenden Person oder des betreffenden Systems. Daraufhin können sich andere, gleichfalls sinnvoll und funktional erlebte Verhaltensmuster entwickeln.
Normalität
Kinder und Jugendliche haben auch in Maßnahmen der Jugendhilfe ein Recht auf Normalität. Unser Ansatz ist daher geprägt von einer Haltung, die Diskriminierung vermeidet, Benachteiligungen vermindert und Stigmatisierungen ausschließt. Unsere Angebote sind eingebettet in ihren jeweiligen Sozialraum, Vereinsmitgliedschaften, die Teilnahme an Kommunion- oder Konfirmationsunterricht oder anderen religionspädagogischen Angeboten werden gefördert und die Bildung von Freundschaften unterstützt. Unser Ziel ist die Ermöglichung von gesellschaftlicher Teilhabe während der Betreuung und eigenständig nach der Betreuung. Nach Möglichkeit binden wir unsere Angebote in Regelangebote ein, was die Akzeptanz der Hilfe und damit ihre Wirkung erhöht. Die Grundlagen unserer Arbeit bilden die Beachrung von Struktur- Prozess- und Ergebnisqualität.
Unsere Qualität
Strukturqualität
- wir beachten die unterschiedlichen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in den jeweiligen Altersstufen (0-3, 3-6, 6-13, 14-21 Jahre) und ihre biografischen Hintergründe und richten unsere Angebote danach aus
- wir halten geschlechtsspezifische Angebote vor
- Versorgung und Betreuung: in allen teilstationären und stationären Angeboten der Jugendhilfe Werne garantieren wir ausreichende Versorgung, Pflege und adäquate Betreuung durch Fachpersonal analog zum vereinbarten Betreuungsschlüssel
- jedem Kind oder Jugendlichen bieten wir ein Einzelzimmer an
- wir achten darauf, dass unsere Angebote Behaglichkeit und Geborgenheit ausstrahlen
- jedes Kind/jeder Jugendliche hat bei Bedarf Zugang zum Internet
- wir halten ein altersgestaffeltes System für Krisenintervention und Inobhutnahmen vor
- zur Perspektivklärung halten wir kinder- und jugendlichentherapeutische, kinder- und jugendlichenpsychiatrische sowie familiendiagnostische, Diagnostikangebote vor
- ebenso halten wir therapeutische Angebote vor (Spieltherapie, Gesprächstherapie, Kunsttherapie, Traumatherapie, Familientherapie/-beratung, Sozialtherapie)
- wir streben eine Ausrichtung unserer Standards an den jeweils aktuellen Erkenntnissen von Psychologie, Pädagogik und Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie an. Hierzu halten wir ein internes Fortbildungsprogramm vor, ermuntern zum fachlichen Diskurs z.B. über die Teilnahme an Fachtagungen oder Kongressen und haben ein internes System der Personalentwicklung
- alle teilstationären und stationären Angebote werden mit einem ausreichenden Budget für eine autonome Versorgung und allen Notwendigkeiten für einen autonomen Betrieb ausgestattet.
- wir kooperieren mit allen am Kinderschutz beteiligten Institutionen, nach Möglichkeit über schriftlich fixierte Vereinbarungen
- wir halten eine Kinderschutzfachkraft vor
- alle Teams erhalten eine regelmäßige, obligatorische Fachberatung
- alle Angebote werden von fachlich qualifizierten Hauswirtschafterinnen unterstützt
- jedes Team hat Zugriff auf ein Dienstfahrzeug
Prozessqualität
Die Prozessqualität nimmt in unseren Angeboten eine besondere Stellung ein. Ihre Relevanz ist in der praktischen Arbeit jeden Tag evident und wird auch von Seiten der Betreuten sehr hoch eingeschätzt. Die Elemente sind:
- unsere Arbeit richtet sich am systemischen Ansatz aus
- Diagnostik: In Pespektiventscheidungen fließen obligatorisch die Ergebnisse unserer sozialpädagogischen, kindzentrierten, familialen oder kinder- und jugendlichenpsychiatrischen Diagnostik mit ein
- der Zeitraum bis zur Fertigstellung einer Diagnostik sollte zwei Monate nicht übersteigen
- wir legen die Ergebnisse der Diagnostik schriftlich nieder
- Betroffenenbeteiligung: Kinder, Jugendliche und ihre Familien werden in Perspektiventscheidungen mit einbezogen
- Bezugsbetreuungssystem: jedes Kind, jeder Jugendliche, jedes Elternteil hat eine/n feste/n Ansprechpartner/in, der auf unserer Seite für alle Belange der Betreuung zuständig ist. Der/die Bezugsbetreuer/in ist gleichzeitig ein feste/r Ansprechpartner/in für Kooperationspartner (Schulen, Ärzte, Vereine etc.)
- es existiert ein klares, nachvollziehbares und transparentes Regelsystem. Wir unterstützen dieses System durch den Einsatz von Verstärkerplänen und der Selbstreflexion in Gruppen oder in Einzelgesprächen
- wir achten in allen Angeboten auf Gesundheit. Dies betrifft Arztbesuche ebenso wie gesunde Ernährung, Sportangebote oder die Pflege bei chronisch kranken Kindern. Wir vermitteln die Relevanz von Hygiene
- wir bieten unterschiedliche Hilfen aus einer Hand: nach Möglichkeit bleiben beim Wechsel der Betreuungsform die persönlichen Bezüge erhalten. Wo dies nicht möglich ist (z.B. bei einer Vermittlung in eine Pflegevermittlung) gestalten wir sanfte Übergänge
- zentrale Prozesse bilden den Kern unseres Qualitätsmanagements. Hilfeplanung, Erziehungsplanung, Vermittlung in eine Pflegefamilie und der Umgang mit Verdacht auf Kindeswohlgefährdung sind daher schriftlich definierte Kernprozesse
- wir sehen Bildung als ein zentrales Thema. Neben der Förderung der schulischen oder beruflichen Perspektive und dem Abbau von Hemmnissen fördern wir soziales Lernen in der Gruppe, leiten zu einem adäquaten Umgang mit Medien an und vermitteln Sekundärtugenden wie Rücksichtnahme, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, angemessener Umgang mit Konflikten und Aggressionen, Zuverlässigkeit, dem Umgang mit eigenen Finanzen und Tischkultur
- wir binden die Kinder altersgemäß in die Gestaltung des Tagesablaufs über Ämter und Dienste mit ein und vermitteln auf diese Weise Grundkenntnisse im Haushalt
- wir stellen den Kindern und Jugendlichen altersadäquate Entwicklungsaufgaben
- wir thematisieren den Komplex Freundschaft, Liebe, Sexualität
- wir handeln auch organisationsintern nach den Prinzipien der Mitbestimmung und fördern die Arbeitsbeziehung durch Teamtage, Fachtage, kollegiale Beratung und Klausurtage
- wir nehmen an wissenschaftlichen Untersuchungen als teil organisationeller Selbstreflexion teil (z.B. Universität Bielefeld, Fachhochschule Dortmund)
Ergebnisqualität
Wir richten unsere Bemühungen, die vereinbarten Ziele zu erreichen, an den Erkenntnissen der wirkungsorientierten Jugendhilfe aus. Diese sind:
- Mitbestimmung der Fachkräfte
- in ihren Organisationen
- Qualität des Teamklimas
- Verbindliche Verfahrensregelungen
- Wirkungsdialoge
- Ausgewogene Aufgaben- und
- Ressourcen-Planung
- nicht-materielle Anreizstrukturen,
- Partizipationsrechte der
- Kinder und Jugendlichen im
- pädagogischen Alltag
- beteiligungsfördernde Gestaltung
- von Hilfeplangesprächen
- Qualität der Arbeitsbeziehung.
- Fachlich-reflexive Ziel- und Handlungskonzeption
Alle unsere Ergebnisse werden schriftlich zugänglich gemacht. Die fortlaufende Evaluation geschieht über die Reflexion zum Grad der Zielerreichung im Hilfeplanverfahren. Nach Abschluss der Hilfe erstellen wir einen Abschlussbericht.